Rückenschmerzen
Studie zur Wirksamkeit von Alexander-Technik
Im Jahr 2008 veröffentlichten britische Forscher eine äußerst aufwendige Studie, die sowohl von der Qualität als auch von den Ergebnissen ihresgleichen sucht. Die Forscher teilten insgesamt fast 600 Patienten mit beständigen oder immer wiederkehrenden Rückenschmerzen in vier Gruppen auf.
1.- eine Gruppe wurde lediglich mit einer normalen Routinebehandlung therapiert,
2.- eine zweite bekam sechs Massagesitzungen.
Die beiden anderen Gruppen erhielten Alexanderstunden,
3.- die eine insgesamt sechs Stunden über einen Zeitraum von sechs Wochen,
4.- die andere 24 Stunden innerhalb von 12 Wochen. Des Weiteren wurde jede dieser vier Gruppen noch einmal in zwei Untergruppen aufgeteilt, von denen die eine spezielle Bewegungsübungen einübte, die andere nicht.Von allen Patienten ging es nach drei Monaten den Patienten am besten, die 24 Alexanderstunden bekommen hatten: Sie waren in ihrem täglichen Leben am wenigsten eingeschränkt, die Anzahl der Tage, an denen sie unter Rückenschmerzen litten, ging dramatisch zurück und ihre Lebensqualität stieg deutlich.Auch die Patienten, die nur sechs Alexanderstunden erhalten hatten, profitierten deutlich.
Die Therapieerfolge nach sechs Alexanderstunden waren dann mit denen von 24 Alexanderstunden vergleichbar, wenn die Patienten nach der Alexandertherapie zusätzlich Bewegungsübungen erlernten. Sie hielten sich nicht nur über drei, sondern sogar über zwölf Monate. Selbst nach dieser Zeit ging es den Patienten, die 24 Alexanderstunden oder sechs Alexanderstunden plus Bewegungstherapie bekommen hatten, wesentlich besser als allen anderen. In England ist eine Studie veröffentlicht worden, aus der hervorgeht, dass Patienten mit chronischen Rückenschmerzen von der Alexander-Technik profitieren.Mit Unterstützung des britischen Medical Research Council wurde die Alexander-Technik jetzt erstmals in einer vergleichenden klinischen Studie untersucht.
Paul Little von der Universität Southampton und Debbie Sharp von der Universität Bristol randomisierten 579 Patienten mit chronischen oder rezidivierenden Rückenschmerzen auf drei Gruppen. Die Patienten erhielten entweder sechs konventionelle therapeutische Massagen (Kontrollgruppe) oder sechs beziehungsweise 24 Unterrichtsstunden in der Alexander-Technik. Die Lehrer hatten eine Ausbildung bei der Society
of Teachers of the Alexander Technique absolviert. Jeweils die Hälfte der Teilnehmer in den drei Gruppen wurde außerdem zu aeroben Sportübungen motiviert (pro Tag 30 Minuten forciertes Gehen oder eine äquivalente Tätigkeit). Sie erhielten außerdem eine Verhaltensberatung von einer
Arzthelferin.Diese sportlichen Übungen - wenn sie tatsächlich eingehalten wurden - hatten keinen wesentlichen Einfluss auf das Befinden der Patienten, wohl aber
die Alexander-Technik.
Der Vorteil gegenüber der Massage könnte darin bestehen, dass die Patienten die Alexander-Methode, wenn sie diese einmal erlernt haben, selbstständig und ohne weitere Kosten anwenden können. Little bezeichnet die Studie als signifikanten Fortschritt in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen.
(Deutsches Ärzteblatt 22.08.2008)